Zero HIV Stigma Day: Aids Hilfe Wien warnt vor anhaltender Diskriminierung trotz medizinischer Fortschritte

Die Aids Hilfe Wien macht auf anhaltende HIV-Stigmatisierung aufmerksam, stellt erstmals ihr Buddy-Projekt vor und lädt zur Enthüllung einer Installation der US-amerikanischen Aktivistin, Autorin und Pädagogin Eli Erlick ins magnus* Ambulatorium für sexuelle Gesundheit ein.

HIV ist heute medizinisch gut behandelbar. Dank moderner Therapien können Menschen mit HIV ein langes und gesundes Leben führen. Wer erfolgreich behandelt wird und eine dauerhaft nicht nachweisbare Viruslast hat, überträgt HIV sexuell nicht (U=U). Dennoch erleben viele Betroffene nach wie vor Vorurteile und Diskriminierung – im Gesundheitswesen, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld.

Anlässlich des Zero HIV Stigma Day am 21. Juli macht die Aids Hilfe Wien darauf aufmerksam, dass heute oft nicht mehr das Virus selbst die größte Herausforderung ist, sondern das Stigma, das Menschen mit HIV begleitet. Aktuelle Auswertungen der Antidiskriminierungsstelle der Aids Hilfe Wien zeigen: Rund 60 Prozent der gemeldeten Diskriminierungsfälle betreffen das Gesundheitswesen.

„Die Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht – die gesellschaftliche Akzeptanz ist diesem Fortschritt aber nicht überall gefolgt. Viele Menschen mit HIV erleben noch immer Ausgrenzung oder Unsicherheit im Alltag. Deshalb braucht es Aufklärung, Begegnung und konkrete Unterstützung. Mit unserem Buddy-Projekt möchten wir Menschen mit HIV zeigen: Niemand muss mit seiner Diagnose alleine bleiben.“, erklärt Dr.in Mirijam Hall, Vorsitzende der Aids Hilfe Wien.

Mit dem Buddy-Projekt bietet die Aids Hilfe Wien in Kooperation mit der Aidshilfe Oberösterreich seit Kurzem ein neues Unterstützungsangebot für Menschen mit HIV. Menschen, die bereits seit mehreren Jahren mit HIV leben, begleiten als Buddys jene, die gerade erst die Diagnose HIV-positiv erhalten haben. Sie teilen ihre Erfahrungen, machen Mut und stehen in einer herausfordernden Zeit unterstützend zur Seite.

Der Zero HIV Stigma Day wurde 2023 von der britischen HIV-Organisation NAZ gemeinsam mit internationalen Partner*innenorganisationen ins Leben gerufen. Er erinnert an die südafrikanische Aktivistin Prudence Nobantu Mabele, die als erste schwarze Frau ihres Landes öffentlich machte, dass sie mit HIV lebt und sich unermüdlich gegen Stigmatisierung engagierte.

 

***Veranstaltungshinweis***

Enthüllung der neuen Installation von Eli Erlick im magnus* Ambulatorium für sexuelle Gesundheit

Die Aids Hilfe Wien lädt am 23. Juli 2026 um 19.00 Uhr zur Enthüllung einer neuen Installation der US-amerikanischen Aktivistin, Autorin und Pädagogin Eli Erlick ins magnus* Ambulatorium für sexuelle Gesundheit ein.

Die Installation ist Teil eines umfassenden kuratorischen Projekts zur historischen Kontextualisierung des Berliner Arztes und Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld, nach dem das magnus* Ambulatorium für sexuelle Gesundheit benannt ist.

Das Konzept wurde von der Architektin, Architekturhistorikerin und Professorin an der Princeton University S. E. Eisterer gemeinsam mit dem magnus* Projektteam der Aids Hilfe Wien entwickelt. Es zeigt, wie sich Geschichte, Architektur und gesellschaftliche Erinnerung miteinander verbinden lassen und welche Bedeutung Hirschfelds wissenschaftliches und menschenrechtliches Vermächtnis bis heute für sexuelle Gesundheit und Vielfalt hat.

Für ihren Beitrag setzte sich Eli Erlick mit dem Leben und den Freund*innenschaften Magnus Hirschfelds auseinander. Ausgehend von historischen Fotografien interpretiert sie Hirschfeld und sein Umfeld neu. Durch den Prozess des Colorizing the Past werden historische Bilder farblich erschlossen und Details sichtbar, die im Schwarz-Weiß der Vergangenheit oft verborgen geblieben sind. Die Arbeit lädt dazu ein, Geschichte aus einer zeitgenössischen Perspektive neu zu betrachten.

Die Installation wird dauerhaft im Eingangsbereich des neu eröffneten magnus* Ambulatoriums für sexuelle Gesundheit zu sehen sein. Im Anschluss an die Enthüllung findet ein Künstleringespräch mit Eli Erlick statt.

Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 22.07.2026 per E-Mail!

Zur Person:

Eli Erlick ist Aktivistin, Autorin und Pädagogin und lebt in New York City. Sie promovierte in Feministischen Studien und Bewusstseinsgeschichte an der University of California, Santa Cruz, wo sie sich mit politischer Philosophie, sozialen Bewegungen und Transgender-Geschichte befasste. Heute ist Erlick unter Anderem Programmdirektorin des NYC Trans Archives und Martin-Duberman-Gastwissenschafterin an der New York Public Library.

Rückfragehinweis

Juliana Metyko-Papousek, BA
+43(0)1/59937-82 /
metyko@aids-hilfe-wien.at